Mitte Oktober 2024
Der Staffelberg gilt neben dem Kreuzberg in der Rhön und der Ehrenbürg bei Forchheim als einer der drei "Heiligen Berge der Franken". Er erhebt sich als Zeugenberg ziemlich auffällig über das Tal des oberen Mains nordwestlich von Bad Staffelstein. Wir sind dort schon häufig vorbeigekommen: im Auto bei der Fahrt in Richtung Coburg oder Suhl, bei einer Fahrradtour in der Gegend und nicht zuletzt im Boot beim Osterpaddeln auf dem Main.
Schon die Kelten hatten sich den Berg ausgesucht, um auf dem Gipfelplateau das befestigte Oppidum Menosgada anzulegen. Archäologische Funde reichen sogar noch tausende Jahre weiter zurück. Vom Keltischen Oppidum ist nur die Rekonstruktion einer Pfostenschlitzmauer geblieben. Auch die Germanen hatten bis zum fünften Jahrhundert eine Burganlage dort oben.
Die Form des Berges lädt geradezu zum Bau einer Burg ein: nach allen Seiten fällt das Gipfelplateau steil ab, besonders auf der Mainseite begrenzen 170 Mio. Jahre alte, senkrechte Sandsteinfelsen aus dem Jura den Gipfel. Dass diesen Gipfel kein Adliger für eine Burganlage oder gar eine Festung genutzt hat, ist erstaunlich. Aber vielleicht hatten sie nur alle Respekt vor den Querkeln, die der Sage nach auf dem Staffelberg gehaust haben sollen.
Heute ist das recht ebene Gipfelplateau eine große, offene Wiesenfläche, an deren Rand eine kleine Kirche, die Adelgundiskapelle und die Staffelbergklause mit Biergarten stehen. Kletterer können den Staffelberg über einige wieder freigegebene Routen erreichen. Einfacher geht es über die zwei Wanderwege, durch die er von seiner flacheren Seite aus erschlossen ist. Um das Gipfelplateau führt ein weitgehend ungesicherter Weg komplett herum.
Ob die vielen Besucher eher zur Kapelle oder zur Staffelbergklause pilgern, das können wir nicht sagen. Wir vermuten aber, dass die meisten für ihren Ausflug einen direkteren Weg wählen als wir. Wir haben am letzten Urlaubstag nach Jagst, Main, Eder und Hainich noch Lust auf eine Wanderung.
Wir starten am Wanderparkplatz bei Romansthal und wandern zuerst zum kleineren, aber gleichhohen Bruder des Staffelbergs, zum Alten Staffelberg. Das Herbstwetter ist ziemlich trüb, aber ein bisschen können wir die tolle Aussicht erahnen, die man hier bei besserer Sicht haben kann. Auf der gegenüberliegenden Seite des Maintals sehen wir immerhin das Kloster Banz.
In der Hoffnung auf eine nette Einkehr laufen wir nach Uetzing - leider alles geschlossen. Dann eben vorerst nur eine kleine Verpflegung aus dem Rucksack auf der Aussichtsbank auf dem Spitzberg zwischen den beiden Staffelbergen. Der Aufstieg zum Staffelberg ist von dieser Seite aus recht einfach, nur kurz unter dem Gipfelplateau ein paar Stufen. Wir kommen direkt neben der Staffelbergklause nach oben. Es gibt fränkisches Bier, Bratwurst, Kuchen und noch ein paar andere kleine Speisen. Anders als vorher auf der einsamen Wanderrunde ist es hier oben ordentlich voll, aber das war zu erwarten.
Auf dem Rundweg um das Plateau verteilen sich die Leute. Trotz nur mäßiger Sicht hat sich der Aufstieg auf den Berg auf jeden Fall gelohnt. Über die Horsdorfer Stiege steigen wir wieder hinab und umrunden die Westseite des Berges unterhalb der Felsen. Über einen breiten Wanderweg ist es dann nicht mehr weit zu unserem Ausgangspunkt. Wir finden, das war eine tolle Wanderung (ca. 14 km) in einer sehr schönen Gegend und vergeben deshalb